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Wir sind alle Führungskräfte!

byJérôme Koechlin
vonJérôme Koechlin,
Head of Communications and Secretary of the Executive Committee at REYL & Cie
Jérôme Koechlin
Group 7 Artikel, 2 Min. Lesezeit

Bei moderner Führung geht es nicht darum, andere zu dominieren, sondern sie zu befähigen, ihre Autonomie und ihren Einfluss zu vergrössern. Es geht auch darum, Kollegen zu ermutigen, Verantwortung zu übernehmen, ihre Meinung zu äussern und ihren Einfluss innerhalb des Unternehmens zu stärken. Auch wenn Sie nicht als Führungskraft geboren wurden, können Sie eine werden. Sehen wir uns an, warum Führung und die Vermittlung dieser Fähigkeit Hand in Hand gehen.

Vor über dreissig Jahren identifizierte der Soziolinguist Howard Giles eine Reihe von Verhaltensweisen und sozialen Markern, mit denen wir uns ausdrücken und anhand derer wir andere beurteilen. Diese sozialen Marker sind in zwei Kategorien unterteilt – Macht und Sympathie – und werden mit Selbstvertrauen, Kompetenz, Charisma, Einfluss, Freundlichkeit, Zugänglichkeit, Umgänglichkeit, aber auch mit Arroganz, Aggressivität, Einschüchterung, Schüchternheit, mangelndem Vertrauen und Unterwerfung in Verbindung gebracht. Die Ausprägung dieser Marker erfolgt sowohl verbal als auch nonverbal. Menschen mit starken Machtmerkmalen nehmen sympathische Menschen oft als schwach wahr, und umgekehrt halten letztere die ersteren für arrogant und bösartig.

Für Bill Gates ist eine gute Führungskraft diejenige, die "andere befähigt". Diese Fähigkeit zur Vielfalt ermöglicht es Ihnen, Ihre Führungsrolle zu behaupten, Ihren Einfluss zu vergrössern und Vertrauen zu gewinnen.

Eine aktuelle Studie der Harvard Business Review („How to develop your leadership style“, Februar-März 2021) zeigt, dass der Stil einer Führungskraft umso unverwechselbarer wird, je konsequenter sie ihre Marker einsetzt und je mehr sie ihre Rolle durchsetzen kann.

In einer sich ständig verändernden Welt ermöglicht es die transformationale Führung, den eigenen Führungsstil an die Erwartungen der anderen anzupassen. Letztlich geht es darum, das richtige Gleichgewicht zwischen Macht und Sympathie zu finden. In manchen Situationen ist ein starkes Machtbewusstsein gefragt, während andere ein längerfristiges sympathisches Verhalten erfordern. Eine moderne Führungskraft muss daher wissen, wie sie ihren Stil mehrmals am Tag oder sogar mehrmals pro Stunde anpassen kann! Eine Führungskraft kann in einer Sitzung selbstbewusst und durchsetzungsfähig auftreten, um sich den Respekt und das Gehör ihrer Kollegen zu sichern, und in einer anderen Sitzung eher passiv zuhören, um eine bessere Zusammenarbeit zu ermöglichen. Für Bill Gates ist eine gute Führungskraft diejenige, die „andere befähigt“. Diese Fähigkeit zur Vielfalt ermöglicht es Ihnen, Ihre Führungsrolle zu behaupten, Ihren Einfluss zu vergrössern und Vertrauen zu gewinnen.

Beobachten, zuhören und handeln. Dies erfordert Agilität, wobei wir uns des ständigen Wandels um uns herum bewusst sein müssen.

Beobachten, zuhören, handeln

Wenn Sie sich also von einem Merkmal inspirieren lassen, das Ihnen an einem Kollegen gefällt, wie z. B. eine sorgfältige Aussprache, direkte Bemerkungen oder ein fröhlicher Gesichtsausdruck, dann sind Sie kein Heuchler oder Nachahmer. Im Gegenteil, Sie können dadurch Ihre Führungsqualitäten ausbauen. Eine moderne Führungspersönlichkeit bleibt sich selbst und ihrer Persönlichkeit treu, weiss aber, wie sie ihre Art zu sein, sich zu verhalten, zu stehen und zu kommunizieren an die jeweiligen Umstände anpassen kann. Dazu muss man sich selbst kennen lernen, verschiedene Marker testen und wissen, wie man sein Publikum und sein Gegenüber analysiert. Es ist auch wichtig zu wissen, wie man Führungshindernisse wie falsche Bescheidenheit, Impostersyndrom, mangelndes Selbstvertrauen, Angst, Bosheit oder Aggression erkennt.

Beobachten, zuhören und handeln. Dies erfordert Agilität, wobei wir uns des ständigen Wandels um uns herum bewusst sein müssen. Ein Wort der Weisheit!

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Haftungsausschluss:
Alpian hat bei der Schweizer Finanzmarktaufsicht (FINMA) einen Antrag auf eine Vollbanklizenz eingereicht. Der Inhalt dieser Publikation dient nur zu Informationszwecken. Du solltest diese Informationen nicht als Rechts-, Steuer-, Investitions-, Finanz- oder sonstige Beratung auslegen.

Group 7 Artikel, 2 Min. Lesezeit
Über den Author
Jérôme Koechlin
Jérôme Koechlin,
Head of Communications and Secretary of the Executive Committee at REYL & Cie

Jérôme Koechlin is Head of Communications and Secretary of the Executive Committee at REYL & Cie. He began his career in 1989 as a journalist and war correspondent, then as Head of Protocol for the State of Geneva. From 2003 to 2018 he held positions of responsibility in the banking sector, in communication and management, at Lombard Odier Darier Hentsch & Cie, UBP and Edmond de Rothschild. He has developed and led numerous initiatives in strategic, institutional, media and crisis communication.