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Zeit, Licht, Wind, Materie – was das Design der Schweizer Franken bedeutet

Head of Marketing and Brand bei Alpian
Roman Balzan

Wusstest du, dass die Schweizer 50-Franken-Note gleich nach ihrer Einführung den prestigeträchtigen „Bank Note of the Year Award“gewonnen hat? Sie war die erste der derzeit sechs CHF-Banknoten, die im April 2016 in Umlauf gebracht wurde.

Das aktuelle Design der Schweizer Franken ist die 9. Serie von Banknoten in der Schweiz. Das Design war eine Revolution, denn es ging erstmals weg von der Abbildung bekannter Persönlichkeiten hin zur Darstellung bestimmter Charaktereigenschaften der Schweiz.

Gleichzeitig wurde die 9. Serie der Schweizer Franken mit den neuesten technologischen Sicherheitsstandards ausgestattet, was sie zu einer der fälschungssichersten Banknoten der Welt macht. Vom ersten Gestaltungswettbewerb im Jahr 2005 bis zur Ausgabe der neuen Banknoten im Jahr 2016 vergingen 11 Jahre. Die führende Grafikdesignerin hinter den Banknoten war Manuela Pfrunder.

Heute wollen wir entschlüsseln, was genau auf den Schweizer Franken Noten zu sehen ist. Wir versprechen: Nach der Lektüre wirst du dein Geld von nun an mit anderen Augen sehen – und vielleicht sogar anders wertschätzen.

10-Franken-Note

Vorderseite der 10-Franken-Note mit den Händen eines Dirigenten, der einen Taktstock hält und das Tempo vorgibt.

10 CHF – Zeit

Die gelbe 10-Franken-Note stellt das Organisationstalent der Schweiz in den Mittelpunkt – ausgedrückt durch die Zeit, das Hauptmotiv der Banknote.

Auf der Vorderseite sind die Hände eines Dirigenten zu sehen, der einen Taktstock hält und das Tempo vorgibt. Der Hintergrund besteht aus einem Muster von Zifferblättern, die verschiedene Zeiten anzeigen. Das Motiv der Zeit wird auf der Weltkugel in Form von Zeitzonen wieder aufgegriffen. Der Sicherheitsstreifen zeigt das Schweizer Schienennetz mit seinen längsten Tunneln – und wir alle wissen, dass Schweizer Züge wie ein Uhrwerk funktionieren.

Auf der Rückseite der Banknote werden die Motive von Zügen und Uhren wieder aufgegriffen und repräsentieren einmal mehr die organisierende Seite der Schweiz.

20 CHF – Licht

Der rote 20-Franken-Schein hat das Motiv des Lichts und steht fürdie kreative Seite der Schweiz.

Auf der Vorderseite ist die Hand eines jungen Menschen zu sehen, der ein Prisma hält, durch das sich Licht in den Farben Rot, Weiss und Blau aufbricht. Der Hintergrund zeigt ein farbenfrohes und fluoreszierendes Kaleidoskopmuster. Die Weltkugel leuchtet in intensiven Farben wie Lila und Türkis. Auf dem Sicherheitsstreifen spiegelt sich das Lichtmotiv in einer Karte der Schweiz und der umliegenden Regionen, die die Lichtemissionen bei Nacht zeigt. Zusätzlich sind die Entfernungen zwischen verschiedenen Himmelskörpern und der Erde in Lichtsekunden angegeben.

Auf der Rückseite der 20-Franken-Note ist im Hintergrund eine Iris abgebildet, die den Lichteinfall ins menschliche Auge reguliert. Die Schmetterlinge stehen für die Schönheit der Natur und erinnern uns daran, dass nur durch das Licht ihre prächtigen Farben für unsere Augen sichtbar werden.

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Die Schmetterlinge auf der Rückseite des 20-Franken-Scheins.

Die Vorderseite der 50-Franc-Banknote.

Die Vorderseite der 50-Franc-Banknote.

50 CHF – Wind

Die preisgekrönte grüne 50-Franken-Note folgt dem Motiv des Windes und war die erste Banknote der Serie, die im April 2016 erschienen ist. Sie steht für den Erlebnisreichtum der Schweiz.

Die Vorderseite der Banknote zeigt eine Hand, die eine Pusteblume hält. Der Wind verweht ihre Samen und verbreitet so neues Leben. Das Hintergrundmuster besteht aus Pfeilen, die dynamisch in verschiedene Richtungen zeigen, und auch auf dem Globus sind Pfeile zu sehen, die die Schweiz mit anderen Regionen und Kontinenten verbinden. Auf dem Sicherheitsstreifen zeigt die 50-Franken-Note die Schweizer Bergwelt und listet die Namen der wichtigsten Viertausender der Schweizer Alpen in alphabetischer Reihenfolge, endend mit der Zumsteinspitze.

Auf der Rückseite des Scheins symbolisiert ein Muster aus Höhenkurven die vielfältigen Landschaften der Schweiz. Ein Gleitschirmflieger schwebt frei über der schönen Berglandschaft und erinnert an das Hauptmotiv der Note, den Wind.

Die Rückseite der 100-Franken-Note

Die Rückseite der 100-Franken-Note zeigt einen Bewässerungskanal, der Gletscherschmelzwasser eine Felswand hinunter zu den darunter liegenden Feldern leitet.

100 CHF – Wasser

Die blaue 100-Franken-Notewurde im September 2019 als sechstes und neuestes Design der 9. Banknotenserie herausgegeben. Ihr Motiv ist das Wasser und sie steht für die humanitäre Tradition der Schweiz.

Auf der Vorderseite der Banknote ist ein Paar Hände zu sehen, das Wasser hält. Der Hintergrund zeigt ein wellenförmiges Muster, und die Weltkugel ist mit Isobaren bedeckt. Auf dem Sicherheitsstreifen sind mehrere Schweizer Flüsse mit ihrer Länge aufgeführt.

Die Rückseite der 100-Franken-Note zeigteinen Bewässerungskanal, der Gletscherschmelzwasser eine Felswand hinunter zu den darunter liegenden Feldern leitet.. Diese Illustration spiegelt eine der ewigen Herausforderungen der Menschheit wider, nämlich die Versorgung mit Wasser. Die Aufbereitung und Verteilung von Wasser ist ein wesentlicher Bestandteil der humanitären Tradition und der Entwicklungshilfe der Schweiz.

Die 200-Franken-Note

Die 200-Franken-Note in brauner Farbe steht für die wissenschaftlichen Leistungen der Schweiz.

200 CHF – Materie

Die 200-Franken-Note in brauner Farbe steht für die wissenschaftlichen Bestrebungen der Schweiz, ausgedrückt durch das Hauptthema der Note, die Materie.

Auf der Vorderseite zeigt eine rechte Hand drei Finger, die drei Achsenkoordinaten beschreiben. Diese sollen die drei räumlichen Dimensionen darstellen, in denen sich die Materie ausdehnt. Das Hintergrundmuster zeigt kleine Planeten. Auf dem Sicherheitsstreifen sind eine abstrakte Karte der geologischen Zeitalter der Schweiz sowie eine Zeitleiste mit einigen Etappen der Entstehung des Universums zu sehen.

Auf der Rückseite der Banknote ist so etwas wie eine Explosion zu sehen. Bei näherem Hinsehen erkennt man einen Teilchendetektor, in dem eine Teilchenkollision stattfindet. Damit soll die internationale Bedeutung der wissenschaftlichen Aktivitäten der Schweiz hervorgehoben werden, z.B. am CERN in Genf, wo 1989 auch das World Wide Web vom Wissenschaftler Tim Berners-Leeerfunden wurde.

1000 CHF – Sprache

Die wertvollste 1000-Franken-Note schliesslich stellt die kommunikative Seite der Schweiz in den Mittelpunkt, die sich im Schlüsselmotiv der Note, der Sprache, ausdrückt.

Die Vorderseite der violetten Note zeigt den Händedruck zweier Personen, der angesichts der aktuellen Corona-Situation heute etwas überholt erscheint. Der Händedruck steht für zwischenmenschliche Kommunikation. Im Hintergrund ist ein Muster aus Grossbuchstaben zu sehen, und auf dem Globus eine Vielzahl von Symbolen, die dem phonetischen Alphabet entnommen sind. Die Karte auf dem Sicherheitsstreifen zeigt die verschiedenen Sprachregionen der Schweiz und ihrer Nachbarländer sowie die Namen aller Schweizer Kantone.

Auf der Rückseite der Banknote ist das Bundeshaus in der Schweizer Hauptstadt Bern zu sehen. Das Parlament ist ein Forum für öffentliche Debatten, das wiederum die kommunikative Seite der Schweiz repräsentiert.

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Der Händedruck steht für die zwischenmenschliche Kommunikation.

Über den Author
Roman Balzan
Head of Marketing and Brand bei Alpian

Roman hat einen Master-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften von der Universität St. Gallen HSG. Er ist ein erfahrener Marken- & Marketingstratege und bezeichnet sich selbst als "crazy-creative-thinker". Er begann seine Karriere beim 'IFJ Institut für Jungunternehmer / Venturelab.ch' als Senior Project Manager, bevor er Suxedoo.ch mitbegründete. Später wechselte er zu Google als Programs Lead für das Employer Brand Marketing in EMEA. 2018 wurde er von Lime, dem US-amerikanischen Scooter-Giganten, rekrutiert und unterstützte die Einführung des ersten europäischen Marktes des Unternehmens, der Schweiz, wonach er Limes EMEA Marketing & Brand Bemühungen leitete, bevor er zu Alpian wechselte.

Roman liebt das Wandern so sehr, dass er 2009 mit seinem Hund Nelson 2300 km auf dem Jakobsweg wanderte. Er wanderte den ganzen Weg von St. Gallen nach Santiago de Compostela in Westspanien.